Feb 17

Teures Salzgebäck

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Ein Arbeitnehmer kann für die ihm tatsächlich entstandenen Mehraufwendungen für Verpflegung auf Grund einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit nach der Abwesenheitszeit von seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte gestaffelte Verpflegungspauschalen als Werbungskosten ansetzen oder in entsprechender Höhe einen steuerfreien Arbeitgeberersatz erhalten.

Das Merkmal „tatsächlich entstandene“ Mehraufwendungen bringt dabei zum Ausdruck, dass die Verpflegungspauschalen insoweit nicht mehr zum Ansatz kommen, als der Arbeitnehmer während seiner beruflichen Auswärtstätigkeit durch den Arbeitgeber „verpflegt“ wird. Wird dem Arbeitnehmer dabei von seinem Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem fremden Dritten aber eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt, wird der Werbungskostenabzug vielmehr tageweise gekürzt, und zwar

- um 20 Prozent für ein Frühstück und um jeweils 40 Prozent für ein Mittag-und Abendessen der für die 24 stündige Abwesenheit geltenden höchsten Verpflegungspauschale.

Das entspricht für Auswärtstätigkeiten im Inland einer Kürzung der jeweils zustehenden Verpflegungspauschale um 4,80 Euro für ein Frühstück und jeweils 9,60 Euro für ein Mittag- und Abendessen.

Zu diesen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mahlzeiten gehören nach Meinung des Finanzamtes (BMF Schreiben vom 24.10.2014) erstaunlicherweise auch die z. B. im Flugzeug, im Zug oder auf einem Schiff im Zusammenhang mit der Beförderung unent¬geltlich angebotenen Mahlzeiten, sofern die Rechnung für das Beförderungsticket auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und von diesem dienst- oder arbeitsrechtlich erstattet wird. Die Verpflegung, muss dabei nicht einmal offen auf der Rechnung ausgewiesen werden. Lediglich dann, wenn z. B. anhand des gewählten Beförderungstarifs feststeht, dass es sich um eine reine Beförderungsleistung handelt, bei der keine Mahlzeiten unentgeltlich angeboten werden, liegt keine Mahlzeitengestellung vor.

Damit erfüllt erstaunlicherweise schon das während eines Fluges gereichte Wurstbrötchen oder Salzgebäck die Voraussetzung der „Mahlzeitengestellung“ und damit die Kürzung der steuerlich berücksichtigungsfähigen Verpflegungspauschale. Ein Stück Salzgebäck schlägt damit u. U. mit 4,80 € zu Buche !

RA Carsten Schulz

Rechtsanwalt Carsten Schulz ist 54 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Nach dem Studium in Kiel und dem Referendariat in Schleswig-Holstein ist er seit August 1992, also seit nunmehr 21 Jahren, als Rechtsanwalt zugelassen.